im Jahresrad
BELTAINE
Das Tor vom Frühling zum Sommer am 1. Mai
- pons perillis -
Dieser Zeitpunkt bildet im alten Kalender das Tor von der Frühlings- zur Sommerjahreszeit. Was sich im Frühling gezeigt hat, entfaltet sich nun in den nächsten sechs Wochen bis zum Höchststand der Sonne am 21. Juni zur vollen Blüte.
Es ist von der Natur her eine kraftvolle Zeit – und wie in jedem anderen Jahreszeitenübergang gilt es auch hier, besonders achtsam zu sein, damit man sich nicht verliert. Die Gefahr? Dass wir zu schnell «ins Kraut schießen» und bei diesem schnellen Wachstum die Verbindung zur Erde verlieren.
Volkstümlich ist Beltaine als Feuerfest überliefert, bei dem traditionell die Herden zur Segnung und Reinigung zwischen zwei Feuern hindurch zurück auf die Weide getrieben wurden.
Die Feierlichkeiten zeigen viele Analogien zu Traditionen wie dem „Tanz in den Mai“ und auch der traditionelle Maibaum hat vermutlich hier seinen Ursprung. Die Kelten schmückten zu Beltaine die Häuser und Ställe mit frischem Grün und besonders mit den Blüten des Weißdorns. Eine letzte Erinnerung an die Verehrung einer Göttin, die dem Land die Fruchtbarkeit schenkte, ist wohl die noch heute vielerorts praktizierte Wahl einer Maikönigin.
Beltaine steht dementsprechend für die Fruchtbarkeit der Erde nach dem kargen Winter. Ein echtes Fruchtbarkeitsfest, nicht nur im Sinne der Fortpflanzung, sondern auch für die Kreativität, den Beruf, für Ideenreichtum oder neue Beziehungen.
Dieses Fest ist ein Mondfest und kann entweder an dem traditionell weit verbreiteten kalendarischen Termin, also in der Nacht zum 1. Mai – dem Maifeiertag – oder nach dem Mondkalender gefeiert werden.
Nach diesem fällt die Beltaine-Nacht – je nach Tradition – entweder auf den 5. Vollmond nach dem Yulefest, auf den 5. Vollmond eines Mondjahres, auf den 5. Mond des Kalenderjahres oder generell auf den Vollmond im Kalendermonat Mai (Wonnemond).
Für den Vollmond im Mai, dem Wonnemond, spricht in manchen Jahren der späte Zeitpunkt.
Die Natur ist dann auch noch einmal einige Tage weiter in ihrer Fruchtbarkeit fortgeschritten und umgibt uns ganz passend mit noch mehr Blüten, Düften und einer wärmeren Nacht.
Eine weitere traditionelle Terminbestimmung lautet „Wenn der Weißdorn blüht!“ – diese etwas ungenaue Angabe macht sehr deutlich, welche wichtige Rolle Weißdorn-Blüten (besonders in den keltisch geprägten Traditionen) bei den Maifeierlichkeiten spielen.
Kränze binden
Einer der Bräuche (der sich auf bestimmte Weise durch alle Jahreszeitenbräuche zieht) ist das Binden von Kränzen.
Zum Mai sind es natürlich keine Erntedankkränze aus Stroh, sondern Blumenkränze mit viel saftigem Grün – was halt in der Natur zu finden ist.
Die Birke als Liebesbotin
Bei den verschiedenen Brauchtümern ist besonders bei den „Liebesmaien“ noch eine rituelle Handlung zu erkennen.
An einer mit bunten Bändern geschmückten Birke wird ein sogenanntes Maiherz aus Birkenrinde angebracht. Auf den Maiherzen steht entweder der Name der/des Angebeteten oder ein Wunsch an den Maibaum nach einer neuen Liebe.
Elfentränen sammeln
Die Tautropfen, die man am Morgen dieses Tages von den Pflanzen sammelt, sollen Zauberkräfte haben. Sie werden häufig auch Elfentränen genannt. Besonders kraftvoll sind die von Maiglöckchen- oder Frauenmantel-Blättern gesammelten Mai-Tautropfen.





